Busbuchtenunruhen

Nach der SVP willl nun auch die FDP weitere Bushaltestellen auf der Strasse bekämpfen und die Busse auf der Linie 1 stets in Busbuchten halten lassen. Die CVP hat sich noch nicht positioniert und die Grünliberalen stehen auch nicht wirklich hinter dem vorgeschlagenen Konzept des öffentlichen Verkehrs („Bei jeder möglichen Aufhebung müssen die Vor- und Nachteile abgewogen werden.“).

Es ist ein bisschen so, wie vermutet: Während möglichst utopische Vorschläge wie Hochbahnen, Tiefbahnen, Gondeln, Metros und völlig neue Bahnhofskonzepte die Fantasien gerade auch von rechtsbürgerlicher Politiker anregt, schmilzt die Unterstützung für alltägliche konkrete Massnahmen dahin. Hier ein Bus, der neu auf der Strasse statt in der Busbucht hält, dort eine Ampel im Quartier, die im Stossverkehr den Autoverkehr dosiert, und dann noch drei Parkplätze, die aufgehoben werden – das ist dann schon zuviel.

Soeben hat der Kanton vom Bund bei der Prüfung der Agglomerationsprogramme schlechte Noten erhalten. Weil er einerseits die FussgängerInnen vernachlässigt und andererseits nur auf Grossprojekte setzt. Werden jetzt auch noch diese „kleinen“ aber wichtigen Fördermassnahmen abgeschossen, bestätigt der Kanton selber diese Aussensicht.

Eine Antwort auf „Busbuchtenunruhen“

  1. Nennt doch das Kind beim Namen: Die Schweiz setzt sich zu viel ins Auto. Muss ich staunen, wenn sogar im aktuellen «Velinfo» der grünliberale Einwohnerrat Pascal Meyer sich zwar durchaus velofreundlich gibt, am Schluss seines Meinungsbeitrags dann aber doch einer dieser Utopien anhängt: Eine durchgehende öV-Spur, schreibt Meyer, sei realisierbar, in dem der motorisierte Individualverkehr teilweise unter den Boden oder der öV in die Luft (Hochbahn wie zum Beispiel in Hamburg) käme. «Nicht Ideologie, sondern reiner, vielleicht etwas visionärerer Pragmatismus», führe zu einer Lösung. Wirklich pragmatisch wäre es, Herr Meyer, den allgemeinen Autogebrauch zu hinterfragen. Mobilität beginnt im Kopf.

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