Ich bekenne: In Umwelt nur eine 5-6

Das Rating der Umweltverbände bringt es an den Tag: Ich bin kein 100%iger Grüner. Ich habe bei den Fragen im Test der Umweltverbände etwas umweltpolitisch falsches angekreuzt, so das Fazit. Und ich erinnere mich auch noch, wo ich nein statt ja angekreuzt habe. Die Frage lautete etwa so: „Sind sie für weitere Steuererleichterungen bei energetischen Sanierungen?“ Da müssen alle 100%igen Ja gesagt haben, aber mir müsste mal jemand erklären: Was soll man denn noch weiter abziehen können? Wer heute ein Gebäude energetisch besser verpackt, eine bessere Heizung einbaut etc kann das schon heute bei den Bundessteuern (und auch in den meisten Kantonen) von den Steuern abziehen. Soll man das neu doppelt machen können? Dreifach oder gleich vierfach?
Kommt dann noch hinzu: Steuerabzüge sind ein ganz schlechtes Fördermittel, das haben Studien bereits in den 90er Jahre gezeigt. Wer sowieso etwas macht, spart Steuern, wer nichts macht, wird zu nichts motiviert. Komisch, dass die Umweltverbände sowas dann als umweltfreundlich bezeichnen. Oder wollten sie zeigen, dass man auch mit ihnen Steuern senken kann?

4 Antworten auf „Ich bekenne: In Umwelt nur eine 5-6“

  1. Lieber Michael,

    da bin ich nicht ganz einverstanden: immerhin dürfen die lieben AutofahrerInnen für Ihren Berufsweg viel Geld von den Steuern absezten, die VelofahrerInnen aber vielleicht 1 Fr. 50 pro Tag. das heisst, ich bezahle weniger, wenn ich mit dem Auto zur Arbeit fahre…insofern gäbe es da durchaus bessere Anreizsysteme. z. Bsp: ich bezahle deutlich mehr Steuern, wenn ich das Auto zum Pendeln benütze und darf abziehen, wenn ich zu Fuss oder mit dem Velo gehe. Schliesslich koste ich den Staat ja auch weniger: weniger Strassenbenützung, weniger Polizisten und Rotlichtanlagen, weniger Luftverschmutzung, weniger Verletzte spart Versicherungsgelder… das sollte mir doch alles zu Gute kommen…oder nicht ?

    gruss Cyrill

  2. hallo cyrill
    na, einverstanden mit deinem einwand. nur: es ging in der frage ja nur um die energetischen sanierungen…und dort sehe ich beim besten willen nicht, was noch abzuziehen wäre, mindestens auf bundesebene. in der umfrage stand nichts von all dem andern kram im bereich steuern. zumal man am gescheitesten alle abzüge abschafft – ausser für kinder, da wirst du mir doch zunicken, oder?

  3. Hallo zusammen

    Habe soeben mit Schrecken festgestellt, dass Michael nur zu 90% grün ist und alle anderen auf der NR-Liste zu 100% grün sind. Irgendetwas hat er im ÖQ-Test falsch beantwortet.

    Wie die energetischen Sanierungen von der Steuer abgesetzt werden können, da kenne ich mich nicht aus. Ich bin auch nicht unbedingt (wie Michael) dafür, alle Abzugsmöglichkeiten abzuschaffen. Aber die Steuerabzüge als generelles Fördermittel für irgendwelches gesellschaftlich erwünschtes Verhalten, das sehe ich dann doch nicht.

    Steuern sollen nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit erhoben werden. Und um die effektiven wirtschaftlichen Verhältnisse annäherungsweise zu ermitteln, müssen auch Abzüge möglich sein. Wenn ich gut verdiene, aber chronisch krank bin und daher sehr hohe Krankheitskosten habe, dann gehts mir eben trotz gutem Lohn wirtschaftlich nicht so gut und soll darum auch weniger Steuern zahlen. Das ist heute schon so und gut so. Aber Steuerabzüge als generelles Fördermittel für ein bestimmtes Verhalten halte ich für ziemlich ineffizient: Bei an sich schon kleinen Einkommen bewirken sie keine Steuerreduktion und die grossen Einkommen profitieren übermässig.

    Allgemein schätze ich Chrüsimüsi nicht so. Ich würde einfach Steuern erheben, weil der Staat für seine Aufgaben Geld braucht und die Reichen verhältnismässig mehr zahlen lassen, weil sie das können und nicht schmerzt. Fertig. Weitere Politik würde ich damit möglichst nicht treiben. Da finde ich, sind Grünen mit ihrer eingereichten Initiative „Weg vom Öl – hin zu erneuerbaren Energien!“ auf dem besseren Weg.

    Der Schreck über Michaels nicht restlos grünen Ansichten hat sich verflüchtigt. Dafür beunruhigt mich das, was offensichtlich grüner Mainstream ist.

    Grüsse

    -Thom.

  4. Oh mein Gott, Michael ist gar kein „echter“ Grüner? Dann warst doch Du es, den ich im schnittigen Ferrari durchs Kriensertal hab‘ brausen sehen?

    Ich bin schockiert!

    Aber abgesehen davon finde ich als Mieter auch, dass es irgendwann genug ist mit Abzügen für Hausbesitzer. Was darf ich für’s Wohnen abziehen?

    Klar, bin ja nur Mieter, ich vergass…

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