Das Weltbild von Yvette Estermann

Dass Yvette Estermann Doktortiteln für teures Geld verkauft hat, wurde hier bereits einmal vermerkt. In einem Artikel im Spiegel hat sie dies verteidigt und sich auch noch gleich beklagt, dass die Titel in Deutschland nichts wert sind – dort kann man nämlich nicht so einfach Doktortitel verhökern.

Nun, dass Yvette Estermann dies nicht richtig findet, sei ihr unbenommen, da sie wohl einfach ihren Anteil an dieser Doktormühle verdienen wollte/will. Die Begründung dazu ist aber umso geschmacksloser. So steht da geschrieben: „Sie stehe absolut hinter der Freien Universität Teufen, und dass man deren Titel in Deutschland nicht führen dürfe, gehe ohnehin auf Hitlers Gesetz über die Führung akademischer Grade vom 9. Juni 1939 zurück. Und heute sei es wieder gleich: Jetzt verbiete es die EU, missliebige Schweizer Doktortitel in Deutschland zu führen.“

Die EU auch nur indirekt mit Hitlers Deutschland zu vergleichen, ist geschmackslos – gerade auch deshalb, weil Yvette Estermann nicht müde wird, das Diktatorische an der ehemaligen Tschechoslowakei zu kritisieren. Die heutige Slowakei hat gerade auch durch ihren Beitritt zur EU ihre Demokratie ganz wesentlich stabilisieren können. Das interessiert Yvette Estermann anscheinend überhaupt nicht. Wünscht sie sich für ihre ehemalige Heimat die halbdiktatorischen Zustände der 90er Jahre zurück?

In anderen Ländern würden solche leichtfertigen Vergleiche zwischen Hitlerdeutschland und der EU zu Rücktrittsforderungen führen. Hierzulande zuckt man anscheinend nur mit den Schultern.

www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,564414,00.html

SVP entdeckt ein neues Wählersegment…

Leserbrief zur SVP-Minarettverbots-Initiative

Neu entdeckt die SVP die Interessen der Homosexuellen für ihre Politik. Meint man jedenfalls, wenn man die neuesten Verlautbarungen von SVP-Vertretern zur Minarett-Initiative liest. Man müsse diese Initiative annehmen, da Muslime Frauen und Schwule nicht achteten, hiess es an einer Pressekonferenz. Was nun die Minarett-Initiative genau mit der kritisierten fehlender Toleranz von fundamentalistischen Muslimen zu tun hat, ist mir nicht klar. Zum einen könnte es ja grad ein Zeichen von schweizerischer Toleranz sein, gegenüber einer anderen Religion nicht mit Verboten zu reagieren. Und zum andern wirkt das rührige Interesse der SVP für Homosexuelle und Frauen doch etwas komisch. So war die SVP als einzige grössere Partei gegen das Partnerschaftsgesetz. Und auch sonst ist es die SVP, die mit einem sehr engen und konservativen Bild unserer Gesellschaft, mit ihren Vorstellungen, was richtig und was falsch ist, Schwulen das Leben mit Sicherheit nicht erleichtert. Da kann ich der SVP nur empfehlen, andere Verbündete für ihr Minarett-Verbot zu suchen.

Michael Töngi, Kantonsrat Kriens

Schweizerpass und Bussen

Vielen ist es unbekannt: Wer Polizist werden will, muss Schweizerbürger sein. Man stutzt etwas, was hat denn das miteinander zu tun? Hoheitliche Aufgaben – das Schlüsselwort – sind im Kanton Luzern in der Regel Schweizer Bürgern vorbehalten. Was soll das: PolizistInnen müssen ihren Job gut machen, egal ob sie nun Schweizer sind oder eine ausländische Staatsbürgerschaft haben. Es gibt keinen Grund, ihnen das Polizistensein zu verbieten. Vielleicht würde es der Polizei sogar ganz gut tun, wenn auch MigrantInnen bei ihnen mittun würden…

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Luzerner Informationspolitik

Der Kanton Luzern übernimmt immer öfters die Arbeit der JournalistInnen und schreibt grad selber Interviews. Das ist eine Grenzüberschreitung, denn der Kanton soll sachlich und offen informieren, das ist seine Aufgabe. Die Infos aufzuarbeiten, das ist nicht seine Sache – der Information wäre mehr gedient, der Kanton würde das Öffentlichkeitsprinzip einführen statt zu ausgewählten Themen Medien mit Fixfertigem zu beliefern.

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