Wohnbauförderung – auch in Luzern ein Thema

Kürzlich las man folgende Meldung in den Luzerner Medien: „Die Leerwohnungsziffer sank 2009 um 0,16 Prozentpunkte und liegt neu bei 0,65 Prozent. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt im Kanton Luzern verschärft sich weiter. Eine Leerwohnungsziffer unter einem Prozent deutet auf einen angespannten Wohnungsmarkt hin.“ Erstaunlich ist das nicht, denn Luzern ist ein attraktiver Wohnort und die Bevölkerung nimmt zu. Die Folgen sind klar: Die Mieten steigen und in vielen Fällen fressen die höheren Mietpreise alle Einsparungen der letzten Steuersenkungen weg.

Leider sieht weder der Regierungsrat noch der Kantonsrat einen Handlungsbedarf. Der Markt regle das schon, heisst es von dieser Seite, man müsse nichts unternehmen. Wohin uns die Kräfte des freien Marktes führen können, ist momentan gerade eindrücklich in der Wirtschaft zu beobachten. Zudem: Alle müssen ein Zuhause haben. Das Grundbedürfnis, anständig wohnen zu können, darf nicht einfach dem Markt überlassen werden.

Es gibt verschiedene Mittel, um etwas gegen hohe Mieten zu tun: Am wichtigsten ist die Unterstützung der Wohnbaugenossenschaften. Sie schaffen Wohnraum, der 20 Prozent günstiger ist als der Durchschnitt der Mietwohnungen. Davon profitieren die Bewohner dieser Wohnungen, aber auch alle anderen: Ein genügend grosser Anteil an Genossenschaftswohnungen dämpft die Mietzinsentwicklung ganz allgemein. Der Kanton soll die Genossenschaften deshalb mit zinslosen oder zinsgünstigen Darlehen unterstützen und ihnen Bauland zu vernünftigen Preisen abgeben.

Er kann mit weiteren Massnahmen den weiteren Anstieg der Mietpreise bremsen:

  • Mit guten Rahmenbedingungen in der Raumplanung. Viele Gemeinden buhlen mit neuen Einfamilienhauszonen oder sogar mit der Idee von Sonderbauzonen um „gute“ Steuerzahler. Auf der Strecke bleibt dabei der Wohnungsbau für Familien, die sich kein Haus leisten können. Der Kanton soll die Gemeinden verpflichten, auch für weniger gut Betuchte Bauzonen zu schaffen.
  • Mit einer Hilfe für die Sanierung bestehender Wohnungen. Viele Wohngebäude müssten saniert werden, doch ohne finanzielle Unterstützung werden die Wohnungen nach einer Sanierung so teuer, dass sich die bisherigen Bewohner diese gar nicht mehr leisten können.

Andere Kantone handeln längst. Damit Luzern aktiv wird, hilft nur ein Ja am 27. September zur Initiative „Für zahlbares und attraktives Wohnen“ des MV Luzern.

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