Der Ständerat ist kein Altherren-Rat

Nach Georges Theiler hat nun auch Max Pfister seine Kandidatur um eine FDP-Nomination zum Ständerat bekannt gemacht. Es war zu erwarten – und ehrlich gesagt: zu befürchten. Damit sind jetzt zwei Herren mit Jahrgängen 1949 und 1951 im Rennen. Und zwei Herren, die seit 1995 im National- beziehungsweise im Regierungsrat sitzen. Ob die Erfahrung als Argument für eine Kandidatur ausreicht, ich möchte es bezweifeln.
Gleich ist beiden, dass sie aus der Beton-Ecke kommen, mehr Herzblut für den Strassenbau als für die Schiene haben, von grossen Plänen reden und in der Umsetzung aber eine mindestens durchzogene Bilanz vorweisen müssen.
Es ist zu hoffen, dass die FDP auf eine dynamischere, begeisterndere Person setzen wird. Die FDP hat den Ständeratssitz auf ziemlich sicher, das zeigt die Vergangenheit. Allerdings – und das ist ein Hoffnungsschimmer – nicht auf ganz sicher: 1989 schaffte der FDP-Kandidat auf Grund des öffentlichen Widerstands die Wahl nicht und die Partei war gezwungen, den Kandidaten auszutauschen. Falls sie meint, der Sitz gehöre einem der beiden „wohlgedienten“ Altherren, könnte sich diese Geschichte wiederholen.

3 Antworten auf „Der Ständerat ist kein Altherren-Rat“

  1. etwas gar böse, aber durchaus zutreffend. gibt es denn „etwas dynamischere, begeisternde“ personen in der luzerner fdp?

  2. die gibt es, finde ich. es wäre etwas sehr vermessen, ständeratskandidaturen einer andern partei zu lancieren, aber es gibt in der fdp luzern durchaus auch offenere geister und in den letzten sessionen hat es nicht selten allianzen zwischen grünen, sp und fdp gegeben – mindestens so häufig wie mit der cvp.
    vielleicht muss ich das „böse“ noch etwas erläutern. Anfang 2001 sass ich mit Georges Theiler auf einem podium in sachen verkehr in der agglomeration luzern. er forderte schon damals so ziemlich alles, was man fordern kann. bypass, spangen, durchgangsbahnhof, und so weiter und so fort. er hatte es damals auch ausgedeutscht: man muss möglichst viel fordern, um dann etwas bekommen. ich halte nicht viel von dieser taktik und finde eine konzentration viel glaubwürdiger.
    Max Pfister mag sich heute durchaus ehrlich und vehement für den Tiefbahnhof einsetzen. Dass lange nicht klar war, welches projekt jetzt wirklich sinnvoll ist, ist auch nicht ihm anzulasten. und trotzdem finde ich: der kanton und allen voran Max Pfister haben es lange jahre an einem vehementen und starken einsatz für eine gute lösung für die strecke richtung zürich vermissen lassen.

  3. Georges Theiler als Ständerat? Eigentlich lieber nicht, der war doch schon genug lang für Luzern in Bern – und was hat er erreicht, ausser zweimal die Nichtwahl zum FDP-Präsidenten? Es wäre höchste Zeit, dass er seinen Platz räumt – dann könnte eine Frau nachrücken, ein jüngeres (und weiblicheres) Gesicht würde der Partei gut anstehen. Aber eben: vielleicht will man gar keinen Wahlerfolg, sondern fügt sich in den unaufhaltsamen Untergang der einst staatstragenden Partei.

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