Eine Notwendigkeit, dass es die EU gibt

Gute zwei Wochen sind wir durch Rumänien gereist und haben verschiedene Städte in Siebenbürgen, aber auch Dörfer besucht. Eindeutig, das Land leidet stark unter der Wirtschaftkrise, die kleinen Saläre und Renten wurden noch einmal gekürzt und die Mehrwertsteuer von 19 auf unglaubliche 24 Prozent erhöht. Viele Menschen leben mehr oder weniger von ihrem Garten und Kleinsteinkommen aus Landwirtschaft und schlecht bezahlten Jobs. Nichts Unbekanntes, aber deswegen auch nicht Beruhigender. Bei einer Umfrage gaben noch 19 Prozent der Bevölkerung an, den heutigen Präsidenten wiederzuwählen, Ceausescu dagegen würde laut Umfrage von 41 Prozent der Bevölkerung zum Präsidenten gewählt. Auch dies kein beruhigendes Signal für einen Staat, der den Weg in die Zukunft sucht.
Rumänien ist seit einigen Jahren Mitglied der EU. Einiges an Enttäuschung kommt daher, dass die Fortschritte langsamer sind als erhofft und jetzt sogar Rückschläge eintreten. Aber: Was würde mit einem Staat wie Rumänien geschehen, wenn es die EU nicht gäbe? Ich befürchte, dass diese Verunsicherung und Enttäuschung noch viel stärker von extremistischen Politikern genutzt werden könnte, dass Korruption noch mehr zunehmen würde und unabsehbar wäre, wohin das Land driften würde. Wir können froh sein, dass sich andere ganz konkret darum kümmern, dass Europa zusammenhält und eine rechtsstaatliche, wirtschaftliche aber auch demokratische Perspektive bietet.

PS: Und damit kein falsches Bild entsteht: Wir haben in diesen Ferien in Rumänien viele Menschen gesehen und mit einigen gesprochen, die mit Engagement und Elan etwas aufbauen, sich weiterbilden und an einer Zukunft mitbauen. Nur nicht dass das Bild entsteht, Rumänien hänge sich jetzt einfach an den Brüsseler Tropf.

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