Wohneigentum und Neid

Auf meinen Leserbrief gegen die Abschaffung der Liegenschaftssteuer bekam ich gleich zwei schriftliche Antworten. Geharnischte, logo. Erstaunlich war, dass beide Schreiber von Neidsteuer und Neidgesellschaft schrieben. Sie meinten die Versteuerung des Eigenmietwerts. Sie taten dies im Zusammenhang mit meinem Hinweis, dass WohneigentümerInnen im Durchschnitt bei gleicher finanzieller Situation weniger Steuern zahlten als Mietende. Komisch: Mir geht es um Gleichberechtigung zweier gesellschaftlicher Gruppen und zurück kommt der Vorwurf von Neid. Hauseigentümer hätten ihr Kapital auch versaufen oder verkiffen können, hiess es im einen Brief. Das auch macht ja etwas misstrauisch: Als ob alle Mieter ihr Geld am Ende des Monats in Haschisch umsetzen würden oder als ob kein Hausbesitzer kiffen würde…aber dies nur als Nebensatz.
Tatsache ist und dies bestätigt auch der Bundesrat in seiner Botschaft zum Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung: Wer eine Wohnung, ein Haus besitzt, kann die Steuern „optimieren“ und bezahlt im Durchschnitt (im Durchschnitt: es gibt überall Verlierer und Gewinner) weniger Steuern als Mietende in der gleichen finanziellen Situation. Dazu muss man aber eigentlich nicht einmal die Botschaft lesen, es genügt, sich etwas im Bekanntenkreis herumzuhören.

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