Von wegen subventioniert…

Einmal mehr lässt Urs Hausmann vom Immobilienbüro Wüest und Partner verlauten, dass in der Stadt Zürich 25 Prozent der Wohnungen subventioniert seien. Heute sagt ers in der Luzerner Zeitung, zu lesen wars auch schon in den Zürcher Medien. Nur – es wird nicht wahrer.

Richtig ist, dass in der Stadt Zürich die Stadt selber, die Stiftungen und vor allem die Wohnbaugenossenschaften rund einen Viertel der Wohnungen besitzen und vermieten – zum Glück, denn sie können das hohe Mietzinsniveau in Zürich wenigstens noch etwas dämpfen. Wenn die Stadt oder eine Genossenschaft vermietet, heisst das aber noch längst nicht, dass die Wohnung subventioniert ist. Man kann über die Definition des Begriffs Subvention diskutieren und es bleibt die Frage, ob eine Wohnbaugenossenschaft, die Boden zu einem Preis übernehmen kann, der nicht dem höchsten Marktpreis entspricht, bereits subventioniert wurde. Oder ob eine Wohnung, die vor vielen Jahren einmal durch einen zinsgünstiges Darlehen mitfinanziert wurde, heute als subventioniert gilt. Das lenkt aber von der eigentlichen Diskussion ab: Fakt ist, dass die allermeisten Wohnungen von Wohnbaugenossenschaften, von Stiftungen oder eben von der Stadt Zürich nach dem Prinzip der Kostenmiete vermietet werden. Die Kosten werden also von den Mietenden getragen, doch die Genossenschaft verzichtet darauf, eine Rendite herauszuholen. Das führt zu Mietzinsen, die 15 bis 20 Prozent tiefer liegen als im renditeorientierten Wohnungsbau.

Wenn man da von Subvention sprechen will, so könnte man dies doch nur, wenn man bereits einen Renditeverzicht als Subvention bezeichnen wollte – was aber eine ziemliche ideologische Verrenkungsübung wäre.

Die ständige Verbindung zwischen städtischen Wohnungen und Genossenschaftswohnungen mit Subventionen ist nicht nur falsch, sie hat auch einen schlechten Beigeschmack – vor allem wenn sie von Seiten von Immobilienvertreter kommt: Sie treten zwar als Sachverständige auf, sind aber letztlich Interessenvertreter, die schlicht kein Interesse daran haben, dass es im Wohnungsmarkt noch PartnerInnen gibt, die Boden und Immobilien der Spekulation entziehen, denn so schrumpft ihr Handlungsfeld.

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