Baubewilligungen haben schon ihren Sinn…

David Roth hat im Kantonsrat einen Vorstoss eingereicht, mit welchem er erreichen will, dass für Solaranlagen auf bestehenden Gebäuden prinzipiell keine Baubewilligungen mehr braucht, ausser auf denkmalgeschützten Bauten und innerhalb von geschützten Ortsbildern.
Viele haben den Vorstoss unterschrieben, mir geht das aber zu weit. Abgesehen davon, dass ein Teil der Solaranlagen bereits heute keine Baubewilligungen mehr braucht und diese im übrigen häufig sehr schnell gesprochen werden, hätte der Vorstoss massive Folgen. Solaranlagen werden nicht nur auf versteckten Dächern installiert, sondern können massive Auswirkungen auf die Umgebung haben.
Beispiel gefällig:
– Die Hochhäuser auf der Allmend könnten rundherum (Sinn würde wohl nur die Südfassade machen) mit Solarzellen eingekleidet werden. Das angrenzende Quartier würde jeden Tag während Stunden geblendet. Will man dies ohne dass eine einzige Person mitreden kann?
– Geschäftshäuser wie der Pilatus Markt oder andere grosse Gewerbebauten haben eine Fläche von mehreren Tausend Quadratmeter. Werden die Dächer voll mit Solarzellen ausgenützt, so verändert dies die Gestaltung dieser Gebiete massiv. Ohne einen einzige Bemerkung der Behördern oder der Nachbarn?
– Gemäss Text des Vorstosses wären auch Solaranlagen auf der grünen Wiese ohne Bewilligungspflicht möglich. Will man auf dem Sonnenberg einen Solarpark, ohne dass jemand mitreden kann?
Alle diese Standorte sollen meiner Meinung nach diskutiert werden können. Aber bitte in den üblichen formellen Schritten, die eine Mitsprache garantieren. Man tut der Sonnenergie keinen Dienst, wenn man sie gegen die Bevölkerung durchdrückt (oder vorschlägt, auf der Kapellbrücke Solarzellen zu installieren, wie von David Roth ebenfalls propagiert).
Es ist ja nicht so, dass rundherum Eigentümerinnen und Eigentümer durch das Bewilligungsverfahren in ihrem Elan zu Gunsten von Solaranlagen gestoppt würden. Oft würden sie auf grosse Hindernisse stossen, steht im Vorstoss. Das glaube ich nicht. Und die Hindernisse werden sicher nicht kleiner, wenn man Wildwuchs zulässt.
Kommt hinzu: Wer ein Gartenhäuschen mit mehr als vier Quadratmeter Fläche baut, wer ein Dachfenster mit mehr als 0.8 Quadratmeter Fläche baut oder eine Mauer von 1.60 Meter Höhe errichtet, muss dafür eine Baubewilligung einholen. Merkwürdig, wenn dagegen eine Solaranlage von 5000 Quadratmeter keine Bewilligung bräuchte – so sympathisch deren Erstellung auch sein mag.

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