Die Bar jeder Vernunft feiert Wiederauferstehung!

 

Nächsten Freitag, 6. Februar ab 20 Uhr

Ambrosia, Luzernerstrasse 18, Kriens

Mit special Guest hinter der Theke: Felicitas Zopfi

 

Im Regierungsgebäude fand die Medienkonferenz zur Rechnung statt. Der mittlerweilen übliche Monsunregen ging über Luzern nieder. Marcel Schwerzmann wrang seine Krawatte aus und betonte, dass der Kanton seine Herausforderungen für die nächsten Jahre aus einer Position der Stärke angehen könne. In diesem Moment wurde er von der Standesweibelin unterbrochen, die scheppernd zwei Eimer verschob um das Regenwasser aufzufangen. Schwerzmann sass unter dem traditionellen, aber auch schon zerfetzten blau-weissen Schirm, der vor den grössten Löchern im Dach schützte. Nur noch undeutlich konnte man lesen „sponsered by Zurich Versicherung“. Wir schreiben das Jahr 2035 und es war die 24. Rechnungspräsentation nach der gloriosen Reform der Unternehmenssteuern. Robert Küng konnte mit einem Coup aufwarten. In den letzten Jahren war die VBL-Flotte wegen Fahruntauglichkeit massiv geschrumpft. Mit einigen Brocken russisch aus den Moskaureisen konnte Küng von der Ruski Busmobilny  fünf ihrer ausrangierten Fahrzeuge abkaufen, damit in Luzern mindestens eine Buslinie wieder in Betrieb genommen werden konnte. Auch Bildungsdirektor Reto Wyss hatte einen grossen Erfolg zu vermelden: Aus der Aktion „Jeder Rappen zählt“ einem Kirchenopfer und einer Kuchenaktion der Rothenburger Primarschulen waren für die Eröffnung der Wirtschaftsfakultät wieder Fr.  3532.45  zusammengekommen. Und Guido Graf hielt erleichtert fest, dass mit der gänzlichen Abschaffung der Sozialhilfe ein für alle Mal jeder Missbrauch ausgeschlossen werden konnte.  Gemindert wurde die Freude nur durch das Fernbleiben des Luzerner Korrespondenten der einzigen verbliebenen Schweizer Allgemeinen Zeitung (jährlich drei Mal erscheinend). Dieser lag fluchend nach einem Fehltritt auf einem morschen Holmen unten an der Leiter, welche die zusammengekrachte Steintreppe im Ritterschen Palast ersetzte. Die städtischen Grünen brüteten derweilen über dem Inhalt eines Communiqués: Seitdem die Seebrücke aus Statikgründen nur noch von Velos und Leichtmotorfahrrädern befahren werden durfte, waren sie ihres Themas einer verkehrsberuhigten Stadt auf einen Schlag beraubt.

Die übliche Demo der Jungen Grünen vor dem Regierungsgebäude blieb dieses Jahr aus, nachdem beim letzten Mal ein paar Wackere vom herunterfallenden Putz begraben wurden.  Sie vergnügten sich dafür wie viele andere in der Bar jeder Vernunft in Kriens.

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