Hilfe, Kantonsangestellte surfen!

Ein Aufschrei! Kantonsangestellte surfen während der Arbeitszeit im Internet herum. Nicht nur dienstlich, sondern auch privat. Dazu erscheint bereits das passende SVP-Inserat mit dem Titel „Porno-Beamte“ und im Kommentar der Luzerner Zeitung wählt Lukas Nussbaumer für das Surfen auf Verkaufsplattformen das Wort „dealen“.  Unangebracht.

Tatsäschlich – ich finde es auch erstaunlich, wenn Angestellte Pornoseiten aufrufen. Etwas Fingerspitzengefühl würde manchen gut tun. Der Rest aber ist Courant normal respektive ein ständiger Prozess: Wie bringe ich Angestellte dazu, nicht im Netz hängen zu bleiben? Die Frage, ob zum Beispiel der Zugang zu Facebook am Arbeitsplatz gesperrt werden soll, ist alt und Entscheide wurden auch schon umgestossen, da sich Verbote nicht bewährten.

Die Diskussion, ob auf dem Server einer Verwaltung gewisse Seiten gesperrt werden sollen, ist sinnvoll. Damit wäre die Verwaltung mindestens von dieser Seite her „sauber“. Nur: Heute hat das doch fast keinen Einfluss mehr auf das Surfen während der Arbeitszeit. Fast jeder – nur ich bin noch steinzeitlich mit meinem alten Nokia unterwegs – hat ein Smartphone und loggt sich dort ein. Arbeitszeit geht genau gleich viel verloren.

Was bleibt? Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen heute Ziele erreichen und diese sollen auch kontrolliert werden und selbstverständlich besprochen werden. Dazu gibt es verschiedene Führungsinstrumente. Errreicht er oder sie diese nicht, ist es Pflicht der oder des Vorgesetzten genauer hinzuschauen. Und da wird die Frage, ob jemand zuviel Zeit mit Surfen verbringt – aber auch mit ganz anderen Sachen – angebracht und nötig sein.

PS: Ein schönes Beispiel, dass man auch mit einem hohen Arbeitspensum sehr produktiv sein kann, ist Josef Hofstetter, welcher in der Luzerner Zeitung gestern zum Thema Stadtratslöhne seine hohe Arbeitstätigkeit von morgens um fünf bis abends um zehn mit dem vergnügten Arbeitstag eines Stadtrates verglich. Sein strenger Arbeisalltag hat ihn nicht abgehalten, mittlerweile den  999. Kommentar auf der LZ-Homepage zu schreiben.

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