Ich bin gespannt

Am letzten Samstag verkündete die kantonale FDP in einem Zeitungsinserat, dass Neubauten und umfassende Sanierungen neu einen Energiewert “ähnlich dem von Minergie” erreichen müssten. Gut so! Die Grünen werden die FDP bei der Behandlung ihrer kantonalen Klimainitiative beim Wort nehmen, denn insbesondere bei Sanierungen ist dieses Ziel richtig, aber nach wie vor ambitiös. Was werden die Hüslibesitzer innerhalb der FDP sagen?
Noch vor kurzem wollte die gleiche Partei nicht einmal etwas davon wissen, dass bei öffentlichen Bauten diese Standards gelten sollen, verschiedene Vorstösse der Grünen wurden in Luzerner Parlamenten abgelehnt. Wenn das mit dem Gesinnungswandel so weiter geht, wird sich bald wirklich etwas in der Klimapolitik wandeln – und die Grünen grün überholt? Ich bin gespannt.

Roschachers Test

Früher gabs doch diesen Rorschacher Test. Irgendwelche Tintenklekse mussten interpretiert werden, man sah darin Ungeheuer oder himmlische Engel und wenn man möglichst viel Beklemmendes drin entdeckte musste man zur Belohnung nicht ins Militär. Mehr weiss ich nicht mehr von diesem Ding. Mit den neuesten Erkenntnissen (?) zur Entlassung des Bundesanwaltes Roschacher verhält es sich ähnlich: Jeder liest etwas total anderes, Geheimplan? Stümperhafte Rachegedanken eines gefallenen Bankiers? Naive Nationalratskommission? Fallenstellende SVP? Man nimmt es eher etwas amüsiert zur Kenntnis, unsereiner kann sich ja zurücklehnen und mal beobachten, was noch geschehen wird. Staatsaffäre? Sturm im Wasserglas?
Klar bei der ganzen Sache ist aber: Bundesrat Blocher hat es in seinem Streit mit Roschacher mit der Gewaltenteilung nicht so ernst genommen, er hat Weisungen gegeben, die ihn nichts angingen und er hat Regeln nicht eingehalten. Das ist in diesem konkreten Fall wie auch in anderen schon seit längerem bekannt. Und das genügt auch. Für eine Abwahl.

Nieder mit den Elektroheizungen!

Heute flatterte mir eine Werbung ins Haus für eine „Infrarot-Heizung“. Noch nie gehört, noch nie gesehen. Das Ding sei ganz revolutionär und habe eine positive Energie-Bilanz. Es klang ganz toll, nur fragte ich mich ständig, womit wird denn das Ding geheizt? Das wurde merwürdigerweise irgendwie nur indirekt geschrieben, so mit Formulierung wie „andere Elektroheizungen verbauchen ein Mehrfaches an Strom“, „an jede Steckdose anschliessbar“. Die Autoren der Werbung müssen gemerkt haben, dass Elektroheizungen eigentlich nicht mehr en vogue sind.
Und: Da wird eine Elektroheizung als Energiesparmassnahme bezeichnet, die CO2-Neutralität muss auch noch herhalten usw. So gehts doch nicht, Strom ist ein edles Gut und wir brauchen es für vieles, ich denke da nur schon an all die Geräte im Haushalt. Tatsächlich finde ich es praktisch, dass ich den Radio oder Backofen nicht mit Pellets anheizen oder betreiben muss, da bin ich froh um den Strom. Auch dass die Eisenbahn heute elektrifiziert ist, finde ich durchaus ok. Aber zum Heizen – sicher kein Strom. Wenn wir noch mit Strom heizen, dann machen wir das bald mit polnischem Strom aus Kohlekraftwerken und dann ist es mir schleierhaft, was daran aus klimapolitischer Sicht noch gut sein soll.
Ich hoffe, dass in den von Bundesrat Moritz Leuenberger heute vorgeschlagenen 26 Massnahmen zur Klimapolitik auch ein Verbot von Elektroheizungen drin ist.

Die Ewigkeit dauert drei Sekunden

Oder vielleicht auch vier. Gut, vielleicht war es auch nur eine halbe Ewigkeit oder auch gar keine richtige. Jedenfalls musste ich heute morgen wieder einmal wie es mir schien, absolut zu unrecht mit dem Velo anhalten, weil vor mir ein Auto auf den Radstreifen auf der Zentralstrasse fuhr und dort anhielt, damit eine Frau aussteigen konnte. Mich ärgerte das dermassen, dass ich die weghuschende Person darauf aufmerksam machte, dass dies kein Parkplatz sei. Gut, das war vielleicht ein etwas blöder Einstieg, das nicht zu wissen war eine unnötige Unterstellung, die ich ihr antat – aber wer findet schon irgendwo wirklich die richtigen Worte? Immerhin: Ihre Antwort war ähnlich konfrontativ. Ein halber Stinkefinger, so interpretierte ich jedenfalls die Geste und der Spruch, das sei doch kein Problem, ich könne ja ausweichen. Mich ärgert es einfach, dass ich in meinem früheren Leben als IG Velo Sekretär für durchgehende Radrouten gekämpft habe und diese jetzt als Anhaltezone und vorallem – das ist zwar eine noch viel üblere Geschichte, aber definitiv eine anderere – als Rollerfahrbahn.
Manchmal denke ich, dass der heutige Verkehr mindestens an gleich vielen Herzinfarkten schuld ist wie das fettige Essen. Was sich da an Ärger zusammenstaut…

Ich bekenne: In Umwelt nur eine 5-6

Das Rating der Umweltverbände bringt es an den Tag: Ich bin kein 100%iger Grüner. Ich habe bei den Fragen im Test der Umweltverbände etwas umweltpolitisch falsches angekreuzt, so das Fazit. Und ich erinnere mich auch noch, wo ich nein statt ja angekreuzt habe. Die Frage lautete etwa so: „Sind sie für weitere Steuererleichterungen bei energetischen Sanierungen?“ Da müssen alle 100%igen Ja gesagt haben, aber mir müsste mal jemand erklären: Was soll man denn noch weiter abziehen können? Wer heute ein Gebäude energetisch besser verpackt, eine bessere Heizung einbaut etc kann das schon heute bei den Bundessteuern (und auch in den meisten Kantonen) von den Steuern abziehen. Soll man das neu doppelt machen können? Dreifach oder gleich vierfach?
Kommt dann noch hinzu: Steuerabzüge sind ein ganz schlechtes Fördermittel, das haben Studien bereits in den 90er Jahre gezeigt. Wer sowieso etwas macht, spart Steuern, wer nichts macht, wird zu nichts motiviert. Komisch, dass die Umweltverbände sowas dann als umweltfreundlich bezeichnen. Oder wollten sie zeigen, dass man auch mit ihnen Steuern senken kann?

Zivilcourage, oh du schöner Wert

Allenorten wird jetzt, nach den gewalttätigen Übergriffen in Müggeln nach Zivilcourage und einer Zivilgesellschaft gerufen. In Ostdeutschland sei man in dem nicht so geübt und alle, die zugeschaut haben, werden zu Mittätern gemacht. In der „Zeit“ lese ich heute einen Einwurf, dass es wohl nirgends sehr weit her ist mit der Zivilcourage, wenn Dutzende von Neonazis oder von wem auch immer, gewalttägig werden. „Zivilcourage, oh du schöner Wert“ weiterlesen

Schöne Planwelten

Keine Seite ohne Bild, gilt in der Zeitung. Und wir LeserInnen danken es, das mit den Bleiwüsten ist ja selbst in der NZZ vorbei. Wenn es um geplante Bauten geht, werden immer häufiger nette virtuelle Landschaften gezeigt, da stehen dann jeweils hohe Bäume, liebe Menschen auf Vorplätzen sind im Bild und irgendwo der Klotz, der gebaut werden soll. In der Realität sind die Plätze meistens leer, die Bäume weggespart und der Klotz noch klotziger. „Schöne Planwelten“ weiterlesen

Herzlich willkommen

So, da bin ich jetzt. Seit heute bin ich mit dieser Seite online und ich hoffe, dass sich einige für meine Meinung interessieren, einige auch mitdiskutieren und hier Gespräche und ein Austausch stattfinden kann. Ich bin gespannt auf Eure Kommentare

Integration à la Blocher

Der Bund will sich stärker in Integrationsfragen engagieren. Und wie, das gab Blocher heute vor: Die Konzentration auf den Spracherwerb ist sicher gut, wie auch, dass es mehr Mittel vom Bund geben soll. Allerdings sind diese bescheiden: Die Kosten von Deutschkursen dürfen die Lernenden selbstverständlich weiterhin alleine tragen, Kurse werden aber verstärkt vorgeschrieben und die Kenntnisse dann abgetestet. „Integration à la Blocher“ weiterlesen