Im heutigen Newsletter der Zentralbahn lese ich: Man habe sich in Sachen Doppelspur Hergiswil auf die Lösung Tunnel lang geeinigt. Ich denke: Endlich wenigstens ein Variantenentscheid – der Doppelspurausbau ist dringend nötig, damit ein Viertelstundentakt auf der Strecke möglich ist.
Dann lese ich weiter: Die Kostenschätzung für den Tunnel liege bei 385 Mio. Franken. Und ich denke: Liebe Hergiswiler, verzeiht mir, aber ist das euer Ernst?? Die Forderung, derart viel Geld in Hergiswil auszugeben, ist noch bedeutend irrwitziger als die Idee, einer unterirdischer Bahnverbindung nach Kriens. Bedauerlich, dass solche lokalpolitische Sonderwünsche gepflegt werden – man will ja dem Nachbarn nicht auf die Füsse treten – statt dass ganz klar gestellt wird, was finanziell drin liegt. Es würde interessieren, wie viele Millionen die Gemeinde Hergiswil für diesen Tunnel auszugeben bereit ist.
Noch bedauerlicher ist aber, dass mit diesem unrealistischen Projekt die vorliegenden Doppelspurpläne sistiert bleiben. Das bedeutet einen unsicheren Fahrplan und im schlechteren Fall sogar längere Umsteigezeiten in Luzern, natürlich auch für Horwer und Krienserinnen und für die neue Station Allmend. Obwohl die LuzernerInnen mit dem Ausbau der Zentralbahn Bahnhof Luzern bis Mattenhof viele Millionen Franken bezahlt haben.
öV: jetzt auch das Geld sprechen
Das Agglo Mobil due Konzept soll jetzt umgesetzt werden, wie heute in der Luzerner Zeitung zu lesen war. Erst ganz am Schluss des Artikels kommt dann der Satz: „Das Geld allerdings müssen Kanton und Gemeinden erst noch aufbringen.“ Der Ausbau kostet im Betrieb jährlich 9 Millionen Franken. Das macht für den Kanton nach Abzug der Einnahmen der Fahrgäste und dem Beitrag der Gemeinden immer noch rund 2.5 Millionen Franken jährlich.
Im letzten Voranschlag aber wurde mit einem jährlichen Wachstum der Ausgaben beim öV von jährlich lediglich 500’000 Franken gerechnet. Das ist rund 1 Prozent Wachstum und wird wahrscheinlich haupsächlich durch die Teuerung und Anstieg der Kosten beim heutigen Betrieb bereits aufgefressen. Kommt hinzu, dass in der zweiten Version des Voranschlags 2012 schon mal 400’000 Franken gekürzt wurden.
Angesichts der Sparrunden dürfen wir gespannt sein, wie viel Geld 2013 der Kanton für den öV budgetiert. Es müssten mindestens 900’000 Franken mehr sein um die einmalige Kürzung rückgängig zu machen und den kleinstversprochenen Vorwärtsgang einzulegen. Um den öV tatsächlich vorwärts zu bringen, braucht es aber dann noch andere Beträge.
