Mehr Arbeitsplätze für Kriens! Aber wozu denn?

Wie ein Mantra wird jetzt in jedem Leserbrief zu Gunsten des Mattenhof-Verkaufs darauf hingewiesen, diese Überbauung bringe mehr Arbeitsplätze in Kriens. Auch die SVP argumentiert so.

Nur, sind mehr Arbeitsplätze in Kriens tatsächlich nötig? Haben wir eine hohe Arbeitslosigkeit? Brauchen wir mehr Wirtschaftswachstum? Werden wir so die Finanzen sanieren?

Selbstverständlich, die Schweiz profitiert enorm von der guten Wirtschaftslage und diese – nach den gängigen bisherigen Wirtschaftsmethoden – ist auf Wachstum ausgelegt. Dazu braucht es auch Arbeitsplätze. Langsam aber sicher muss sich die Schweiz aber überlegen, wieviel Wachstum es noch verträgt und wie dieses gesteuert werden kann und ob zum Beispiel die aggressive Steueranlockungspolitik für Unternehmen so gescheit ist. Und die SVP muss sich entscheiden, ob sie für mehr Arbeitsplätze oder doch lieber gegen die Personenfreizügigkeit sein will. Beides nämlich geht definitiv nicht auf – wo will denn die SVP die Personen für diese Arbeitsplätze herholen?

Anscheinend brauchen wir auch mehr Arbeitsplätze, um in Kriens die Finanzen zu sanieren. Fakt ist: Die Unternehmen zahlen noch 10 Prozent der gesamten Steuern in Kriens. 90 Prozent kommen von den Leuten, die hier wohnen. 10 Prozent entspricht rund 5 Millionen Franken. Wollte Kriens sein Defizit dank den Unternehmen stopfen, so müsste sich die Zahl der Unternehmen in Kriens mindestens verdoppeln. Also nochmals einen Pilatusmarkt und einen Mediamarkt, nochmals gleich viele Bürogebäude, wie sie bereits in der Kuonimatt stehen, nochmals eine Schappezenter und so weiter und so fort.

Kann das ernsthaft das Rezept sein?

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