Die Steuerzahler als Marktteilnehmer

Im neuesten Steuer Bulletin des Kantons raisoniert Felix Muff, Leiter der Dienststelle Steuern, über die Pauschalbesteuerung. Er hält zu den Steuern allgemein den denkwürdigen Satz fest: „Bevor wir ein Angebot voreilig aufgeben, müssen wir die möglichen Verhaltensmuster des Markts, der Ausweichszenarien der Kunden sowie die Ausgangslage unserer Standortkonkurrenten in unsere Entscheidungsfindung mit einbeziehen.“
Aha. Wir Steuerzahler befinden uns auf einem Markt und – wie schön – wir sind Kunden. Ich meinerseits habe aber von dieser Stellung als Kunde noch nicht viel gemerkt und fühle mich höchstens einem Marktmonopol ausgesetzt – dem Staat.
Von Markt kann nur die Rede sein bei jenen Personen, die ohne Rücksicht auf familiäre Bindungen, auf Arbeitsplatz und weiteren Interessen ihren Wohnsitz – möglichst noch international – hin- und her verlegen können.
Der Kanton Luzern würde gut daran tun, die Finger von einem Markt zu lassen, von dem Otto Normalverbraucher, der bieder-brav auf Grund eines Lohnausweises und einer Steuererklärung seine Steuern begleichen muss, nichts, aber auch gar nichts hat.

Eine Antwort auf „Die Steuerzahler als Marktteilnehmer“

  1. Ist das ein Dummschwätzer vom Amt! Dort wo die Pauschalsteuer abgeschafft wurde (in Zürich), sind zwar ein paar Pauschalbesteuerte abgehauen. Ihre Luxuswohnungen und Villen wurden von Leuten übernommen, die zwar etwas weniger reich sind. Dafür versteuern sie ihren Reichtum anständig. Ergebnis: Unter dem Strich sind die Steuereinnahmen in den betroffenen Gemeinden durchs Band höher!

    Und überhaupt: Wer reich ist und regulär besteuert wird, kommt sich doch verkohlt vor, wenn Leute, die noch viel reicher sind, weniger Steuern abliefern müssen.

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