Falsches Themensetting der IV Luzern

Letzte Woche erhielt ich den Geschäftsbericht der IV Luzern. Er ist ansprechend gestaltet und berichtet von den grossen Anstrengungen der IV, Personen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Gut gemacht und informativ. Stutzig machte mich aber der Begleitbrief. Dort war der Titel „Missbrauch erfolgreich bekämpft: Die IV Luzern spart Millionen“. 6.6 Millionen Franken hätten eingespart werden können durch die Bekämpfung von Missbräuchen. Und gestern folgte noch das Communiqué dazu. Auch dieses setzt den Versicherungsmissbrauch ins Zentrum: In 18 Fällen habe sich der Verdacht auf einen Missbrauch erhärtet. Wie allerdings 18 Personen eine Rente von 6.6 Millionen Franken beziehen können, scheint mir grotesk aufgeblasen zu sein: Man käme auf eine Summe von über 300’000 Franken pro Person. Um die Missbrauchsbekämpfung erfolgreicher und grösser zu machen, hat man  den lebenslangen Bezug an IV-Geldern pro Person hochgerechnet. Na ja, wenn man grosse Zahlen liebt…

In Luzern erhalten rund 10’000 Personen eine IV-Rente. Mit dem Communiqué fokussiert die IV Luzern auf 18 Personen, denen ein Missbrauch nachgewiesen wurde. Dazu erstens: Es gehört zu jedem System, wo Geld verteilt wird, dass die Einhaltung der Regeln kontrolliert wird und die Kontrollmöglichkeiten angepasst werden, wenn dies notwendig ist. Davon gehe ich aus und das erwarte ich. Zweitens: Indem die IV Luzern die Missbrauchsbekämpfung ins Zentrum ihrer Kommunikation stellt, beflügelt sie selber die Diskussion um den Missbrauch. Ist das in ihrem Interesse und ist das im Interesse der Menschen, die auf eine IV-Rente angewiesen sind?

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