Gratis öV – zu kurz gedacht

In Zug wird gefordert, dass der öV gratis sein soll. Damit soll das Umsteigen gefördert werden. Die Idee ist alt, wurde schon oft kontrovers diskutiert. Ich finde sie nicht toll.

Der öV ist bereits heute bedeutend günstiger als das Auto – ausser in einigen Rechenbeispielen mit grösseren Familien, da kann das Auto vielleicht mithalten. Doch meistens sind die 600 bis 800 Franken, die man fürs Auto pro Monat realistischerweise rechnen muss, viel höher als die Ausgaben für ein Generalabo, das im Monat 250 Franken kostet. Das Argument, dass die Leute wegen den Finanzen umsteigen würden, wird nie richtig greifen.

Zum anderen: Gratisangebote führen einfach dazu, dass noch viel mehr rumgefahren wird. Das Ziel muss aber nicht alleine eine Steigerung der öV-BenützerInnen sein, sondern immer auch eine Reduktion beim Autoverkehr. Sonst haben wir nur wenig gewonnen.

Klar, besser die Leute benutzen vermehrt den öV als noch mehr das Auto. Doch auch der öV braucht Energie, Platz und ist – einfach in kleinerem Ausmass – klimaschädigend. Deshalb ist es nicht einleuchtend, ihn mit Gratisangeboten zu fördern.

Momentan stehen grosse Investitionen in den öV an, in Luzern zum Beispiel der Tiefbahnhof. Der kostet. Und zwar sehr viel. Wir müssen ihn finanzieren und können uns nicht gleichzeitig auch noch Gratis-öV leisten.

Das Schlaraffenland muss noch ein wenig warten.

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