Subvention à la avenir suisse: Missratene Begriffsumdeutung

Avenir suisse hat heute eine Studie zum Wohnungsmarkt veröffentlicht. Die Hauptaussage der Studie geht in die Richtung, dass Wohnen in der Schweiz zu günstig ist und deshalb der Markt nicht richtig funktioniert. In Zürich etwa würden die Baugenossenschaften den Markt verzerren, in dem sie die Wohnungen rund einen Drittel günstiger vermieten als private EigentümerInnen. Auch sogenannte Altmieter, Personen also, die längere Zeit in der gleichen Wohnung leben, würden keinen Marktpreis bezahlen.

Nun gut, das soll von mir aus kritisieren, wer will, die Marktgläubigkeit erstaunt aber schon ein bisschen. Abstrus wird es aber dort, wo avenir suisse flugs aus dem Unterschied zwischen einer bezahlten Miete und einer theoretisch erreichbaren Marktmiete eine Subvention macht. Man staunt nicht schlecht, dass gemäss avenir suisse die Stadtzürcher Mieterinnen und Mieter um rund 500 Millionen Franken subventioniert werden. In Tat und Wahrheit erhalten einige Baugenossenschaften vergünstigte Kredite oder sie erhalten ein Baurecht zu massvollen Preisen. Damit hat sichs dann aber schon bald. Gemäss avenir suisse ist aber jeder Franken, der bei einem Geschäft nicht herausgewürgt wird, bereits eine Subention. Wer aus Personen, die in einer Baugenossenschaft wohnen, Profiteure macht, die auf Kosten der Allgemeinheit leben, zäumt das Pferd nun total von der falschen Seite auf. Es wäre doch eher die Frage erlaubt, wer in den Zentren von den hohen Mietpreissteigerungen profitiert…

Der Angriff auf die Genossenschaften von Seiten von avenir suisse ist aus einem weiteren Grund irritierend: avenir suisse kritisiert in ihrer „Studie“, dass der Wohnflächenbedarf weiter steigt und viele Mietende die Wohnung nicht wechseln, auch wenn sie den Platz nicht mehr bräuchten. Genau hier setzen aber viele Genossenschaften mit Belegungsvorschriften an oder mit guten Angeboten an GenossenschafterInnen, innerhalb einer Siedlung eine Wohnung wechseln zu können.

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