17 Prozent von 1.5 Prozent macht wieviel?

Grosse Schlagzeile heute in der Neuen LZ: Nur 17 Prozent der Adligenswiler wollten eine Fusion mit Luzern. Erstaunlich. Wenn man dann den Artikel liest, ist eher erstaunlich, dass das Resultat überhaupt ernst genommen wird. Ein Fachhochschüler verschickte 400 Fragebögen in Adligenswil. 82 seien zurückgekommen und ausgewertet worden. Von diesen waren dann nur 17 Prozent für eine Fusion. Adligenswil hat aber über 5000 Einwohner….ich frage mich etwas, wie man auf die Idee kommen kann, auf Grund eines Fragebogens, den 1.5 Prozent der Adligenswiler ausgefüllt haben, Aussagen über die Fusionswilligkeit zu machen und nicht überlegt, ob man irgendeinen repräsentativen Ausschnitt gewählt hat. Statistisch ist dies jedenfalls ziemlich unseriös. Das hat die Neue LZ im Artikel nicht aufgenommen. Ist nur zu hoffen, dass wenigestens bei der Auswertung dieser Bachelor-Arbeit etwas mehr Wert auf die Grundsätze der Statistik gelegt wird…

2 Antworten auf „17 Prozent von 1.5 Prozent macht wieviel?“

  1. ob dies in michael töngis blog auch erwähnung gefunden hätte, wenn das studienergebnis gegenteilig ausgefallen wäre?

    allerdings darf die frage unbeantwortet bleiben. lieber wäre mir eine einleuchtende begründung, weshalb ausgerechnet adligenswil mit der stadt luzern verschmolzen werden sollte.

  2. vielleicht, das finde ich jetzt tatsächlich eine schwierige frage (die erste). ich meine, es ist ziemlich menschlich, dass man sich über falsche studien oder umfrageergebnisse mehr ärgert, wenn sie der eigenen meinung widersprechen. es werden so viele umfragen publiziert, die irgend etwas beweisen wollen und wenn man dann genauer hinschaut, dann haben diese umfragen überhaupt keine wissenschaftliche basis.
    zur andern frage: das müssen natürlich die adligenswilerInnen selber entscheiden resp. beantworten. von aussen nur die kleine bemerkung: die diskussion über die ortsplanung und vor allem über die frage einer villenzone zeigt schön auf, wie gemeinden im agglomerationsgürtel heute bei der planung an grenzen stossen. man kann ja nicht ernsthaft behaupten, dass es für die umliegenden gemeinden egal wäre, wenn auf adligenswiler boden, aber vielleicht knapp an der grenze an einer exponierten stelle eine villenzone hinkäme.

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