Schwule und Lesben: Kanton hat einiges nachzuholen

Am Mittwoch war Podium zum 30 Jahr-Jubiläum der HALU. Auf dem Podium Erna Müller-Kleeb, CVP-Kantonsrätin, Hansjörg Vogel von der Fachstelle für Gesellschaftsfragen und Moël Volken, ehemaliger Geschäftsleiter Pink Cross. In der Einleitung zitierte Thomas Eichenberger, Präsident der HALU auch meinen Blogeintrag aus der Kantonsratssession vom letzten Montag.

Viele Diskussionsteilnehmer sind darauf eingegangen und Erna Müller musste viel einstecken, auch weil sie so ehrlich war, um vor diesem Publikum zu sagen, dass man mit der Aufnahme des Begriffs „sexuelle Identität“ das Gesetz nicht gefährden wollte.  Hansjörg Vogel musste wiederum bestätigen, dass Schwule und Lesben bisher auf der Fachstelle kein Thema waren.

Ich selber erschrak etwas, weil mir erst bei diesem Podium so richtig klar wurde, wie viel im Kanton Luzern tatsächlich noch zu tun ist. Dass in bürgerlichen Parteien im ländlichen Raum Schwule, Lesben, Bisexuelle noch immer kaum ein Thema sind und man sich in diesem Milieu so schwer tut, über unsere Anliegen zu sprechen. Dass ein Gesetz zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts den ganzen Verwaltungsapparat, die Regierung und eine vorberatende Kommission durchlaufen kann, ohne dass die sexuelle Identität je einmal zum Thema wurde.

Die Diskussion zeigte auch, wie von gestandenen Männer und Frauen, die gleichgeschlechtlich orientiert sind, heute ein selbstverständlicher Anspruch an Teilhabe da ist, aber auch, wie viele Verletzungen und vielfach halt auch schlechte Erfahungen noch spürbar waren – Restanzen aus Erlebnissen und Prägungen. Nicht umsonst wurde mehrmals die Kirche angeprangert.

Immerhin: Der Abend hat dazu beigetragen, dass das Bewusstsein gestärkt wurde, dass Lesben und Schwule eben in dieser Gesellschaft namentlich mit dabei sein wollen und dabei sein müssen und dass mit der HALU in Luzern eine Gesprächspartnerin vorhanden ist. Wenn dies nach dem Abend klar war, ist doch einiges gewonnen.

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