So kommt die Flat Tax flach raus.

Die Easy Swiss Tax oder Flat Tax oder früher auch die Bierdeckel-Steuerrechnung hat etwas bestechendes: Die komplizierte Steuererklärung fällt dahin. Das ist das eine und nicht wirklich das Entscheidende. Wichtiger ist: Der Dschungel der Abzüge fällt weg. Die kommen nämlich meist den Besserverdienenden zu Gute. Weiterbildungskosten? Berufsauslagen? Spenden? Alle Abzüge im Bereich des Wohneigentums? Wer wenig hat, kann mit diesen Abzügen wenig anfangen und einschenken tuts erst bei jenen, die ein gutes Einkommen haben. Deshalb: Weg mit den Abzügen, ausser einem für die Kindererziehung. Aber bitte auch keine kruden Vergünstigungen für Verheiratete mehr. Über die Gerechtigkeit von einem Einheitssatz bei den Steuern muss noch diskutiert werden.
Vollkommener Unsinn ist es aber, dass die treibende Kraft hinter einer Vereinfachung des Steuersystems, die FDP, gleichzeitig mit verschiedenen Wohneigentumsinitiativen für neue Abzüge Unterschriften sammelt. Rentner sollen vom Eigenmietwert befreit werden, weiterhin aber Unterhaltskosten für ihr Eigenheim abziehen können. Wer für ein Häuschen spart, soll neu diese Summen während 10 Jahren von den Steuern abziehen können, wer auf eine energetische Sanierung spart, ebenfalls (obwohl er diese Kosten in den meisten Kantonen eh schon abziehen kann, aber anscheinend gilt bei Steuerabzügen: Doppelt gemoppelt ist besser). Die FDP düngt den Abzugsdschungel weiter. Das ist widersinnig und es schwant einem: Mit der Easy Swiss Tax wird es in der Praxis nicht weit her sein.

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