Was Listenverbindungen von Liebesbeziehungen unterscheidet

Die Idee, eine Listenverbindung zwischen SP, Grünen und Grünliberalen für die Nationalratswahlen zu bilden, wird zur Zeit an verschiedenen Orten diskutiert. Ob überhaupt etwas dran ist, wird sich weisen, für jeden der Partner würde eine solche Listenverbindungen einige Hindernisse bedeuten und wäre erklärungsbedürftig.

Aber: Etwas kühlen Kopf schadet bei den Überlegungen nicht. Wer würde profitieren? Wem könnte ein Sitz weggeschnappt werden? Mit wem haben wir letztlich mehr Überschneidungen? Solche Fragen gehören auf den Tisch. Ich habe das Gefühl, aber das ist bisher tatsächlich nur ein Gefühl, dass uns Grüne doch noch etwas mehr mit den Grünliberalen verbindet als mit der CVP oder FDP. Die Unterschiede in der Finanz- und Sozialpolitik sind zwar gross, aber andernorts könnten wir zusammenarbeiten. Wenn dann noch die Möglichkeit besteht, der SVP den dritten Sitz abzunehmen, so wäre dies doch auch gut. Man darf solche ganz konkrete Fragen auch in die Wagschale werfen, man muss sich nicht für die Ewigkeit binden  und vor lauter schönen Augen ins Schwärmen kommen. Natürlich darf man auch die Frage stellen, ob man einer Konkurrenzpartei mit einer Listenverbindung zu einem Sitz verhelfen soll.

Nicht so toll finde ich, wenn die SP zum vorneherein und kategorisch gegen eine Listenverbindung ist und uns schon droht, das Bündnis aufzukünden. Es mag taktisch auf den ersten Blick klug sein, die Grünliberalen – wie am Sonntag in der Luzerner Zeitung geschehen – klar in eine bürgerliche Ecke zu stellen. Ob es mittelfristig besonders sinnvoll ist, eine neue Partei möglichst weit von sich selber wegzuplatzieren, lasse ich mal offen.

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